Die gefährlichste Weltanschauung ist die, die die Welt nicht angeschaut hat.

Alexander von Humboldt

Die gefährlichste Weltanschauung ist die, die die Welt nicht angeschaut hat.

Alexander von Humboldt

Das Fach Geographie

Was macht ein Geograph(ieschüler)?

Der „kleine Prinz“ würde es so beschreiben:

„Der sechste Planet war zehnmal so groß. Er war von einem alten Herrn bewohnt, der ungeheure Bücher schrieb. "Da schau! Ein Forscher!" rief er, als er den kleinen Prinzen sah. Der kleine Prinz setzte sich an den Tisch und verschnaufte ein wenig. Er war schon so viel gereist!
"Woher kommst Du?", fragte ihn der alte Herr. "Was ist das für ein dickes Buch?" sagte der kleine Prinz. "Was machen Sie da?" "Ich bin Geograph", sagte der alte Herr. "Was ist das, ein Geograph?“ Das ist ein Gelehrter, der alle Meere, Flüsse, Städte, Berge und Wüsten kennt.
(Quelle: "Der kleine Prinz" von Antoine de St. Exupéry, Kapitel XV)

 

Dein Geographielehrer würde es so beschreiben:

Ein Geograph / Geographieschüler ist in der Lage jeden beliebigen Ort auf der Erde in seiner Entstehung und seiner jetzigen Erscheinung beschreiben zu können. Er erkennt die Chancen und die Probleme dieses Ortes. Er analysiert, welchen Einfluss die Natur und der Mensch auf diesen Ort hatte und hat. Er diskutiert, wie dieser Ort zukünftig aussehen könnte. 

Kurz: Er öffnet an einem beliebigen Ort auf der Welt die Augen, dreht sich im Kreis und kann erklären, warum es hier so aussieht, wie es aussieht und was man tun könnte, damit auch Menschen in 100 Jahren diesen Ort erleben können.

Das Fach Geographie ist der Knotenpunkt zwischen allen anderen Fächern…Biologie, Chemie, Physik, Geschichte, WiPo, Mathematik, Deutsch, Fremdsprachen, Kunst und so weiter. Fächerübergreifender Unterricht bleibt im Geographieunterricht nicht nur eine leere Worthülse, sondern wird in jeder Stunde gelebt.

Unterrichtsumfang des Faches

Das Unterrichtsfach Geographie wird ab der 5. Klasse durchgängig bis Klasse 13 unterrichtet. Die wöchentliche Stundenzahl schwankt dabei zwischen einer und drei Stunden. In der Oberstufe wurde es in den letzten Jahren häufig als Profilfach gewählt und war somit nicht nur fester Bestandteil der mündlichen sondern auch der schriftlichen Abiturprüfungen am Elsensee‑Gymnasium.

Globalisierung, Landschafts- und Klimawandel, Naturereignisse mit katastrophalen Folgen, Ressourcenübernutzung und Bevölkerungs-, Wirtschafts- und Siedlungsentwicklungen in Ländern des Südens und Nordens prägen […] unser Leben auf dem Planeten Erde. Sie erhalten ihre Dynamik oft aus den Wechselwirkungen zwischen naturgeographischen Gegebenheiten und menschlichen beziehungsweise gesellschaftlichen Aktivitäten. Gleichsam sind sie die grundlegenden Herausforderungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Daraus ergeben sich zwei Leitziele des Geographieunterrichts: zum einen die Einsicht in diese komplexen Zusammenhänge auf verschiedenen Maßstabsebenen und für verschiedene Räume der Erde, zum anderen die darauf aufbauende Handlungskompetenz, um die Gegenwart und damit auch die Zukunft auf der Erde nachhaltig für die Folgegenerationen zu gestalten. […]
(Fachanforderungen Geographie, Kiel 2015, S. 12)

Um diese Ziele erreichen zu können, werden die Schülerinnen und Schüler behutsam an die „Werkzeuge“ des Geographen herangeführt. Natürlich steht die Kartenarbeit mit dem Weltatlas dabei im Mittelpunkt. Darüber hinaus werden sie aber auch befähigt, Statistiken auszuwerten, Sachtexte zu erschließen, Umfragen zu erheben oder Experimente durchzuführen. Sie erschließen sich über die Jahre vielfältige und unterschiedliche Lerntypen ansprechende Möglichkeiten, ihr Wissen zu strukturieren und anzuwenden. Schritt für Schritt werden die Schülerinnen und Schüler außerdem an das Arbeiten mit Geographischen Informationssystemen (GIS) herangeführt.

Besonderen Spaß bereitet es im Unterricht kooperativ zu arbeiten. Sei es in Gruppendiskussionen, Rollenspielen, Podiumsdiskussionen oder in Anwendung der Szenariotechnik.   

Die behandelten Räume mit eigenen Augen zu erleben ist eine unverzichtbare Möglichkeit des Geographieunterrichts. Exkursionen sind daher ein wesentlicher Bestandteil. Sind wir also nicht im Klassenraum, so findet man den Geographiekurs zum Beispiel:

  • auf einem Bauernhof im Kreis Pinneberg
  • in der Hamburger Hafen-City
  • auf Stadtexkursion im Grindelviertel und am Osdorfer Born
  • in den Berchtesgadener Alpen

Sind die Wege mal zu weit, holen wir die Experten auch in unsere Schule. Folgende Fachtage finden regelmäßiger statt:

  • Tschernobyl und Fukushima – Zeitzeugen berichten
  • Migration
  • Stadtplanung in Quickborn
  • Mein ökologischer Fußabdruck

Geographie als Profilfach

Was wird thematisiert?

E.1 Anthropozän – physische und humangeographische Systeme und die Wechselbeziehungen zwischen Gesellschaft und Raum 

  • Der Globale Wandel im Überblick
  • Geofaktoren Klima, Wasser, Boden im Globalen Wandel 
  • Geofaktoren Klima, Wasser, Boden – nachhaltige Lösungsansätze 

E.2 Raumprägende Faktoren und raumverändernde Prozesse – nachhaltige Nutzung der Ressource Raum in Norddeutschland 

  • Regionale Beispiele für nachhaltige Raumnutzung und Raumnutzungskonflikte in Metropolen und im Stadt-/Land-Kontinuum; Raumplanungsprojekte 
  • Ideen und Visionen für ein nachhaltiges Leben im Nahraum 

Q1.1 Wirtschaftsräumliche Dynamiken und ihre Auswirkungen in Europa 

  • Wirtschaftsräume im Wandel 
  • Zukunftschancen durch EU-Regional- und Strukturförderung 
  • Migration 

Q1.2 Fragmentierung der Einen Welt – Entwicklungschancen 

  • Weltweite Migration 
  • Weltweite Disparitäten und ihre Indikatoren; Metropolisierung und Marginalisierung 
  • Entwicklungsstrategien und Entwicklungszusammenarbeit 

Q2.1 Globalisierung und Regionalisierung – Vernetzung der Welt und ihre räumlichen Auswirkungen 

  • Global Cities als räumliche Zentren der Globalisierung 
  • Produktionsstätten und Werkbänke der Globalisierung 
  • Transportwesen, Kommunikation und Logistik 

Q2.2 Lebensstile und ihre Raumwirksamkeit im 21. Jahrhundert – Gegenwart und Zukunft auf der Erde nachhaltig gestalten 

  • Nachhaltiges Wohnen und nachhaltiges Wirtschaften 
  • Formen nachhaltigen Konsums 
  • Unsere Zukunft: Reflexion von Werteorientierungen 

 

Was erwartet wird: 

  • Interesse am Fach und dessen Inhalten 
  • Grundkenntnisse im Umgang mit geographischen Fachmethoden (Auswertung und Analyse von Klimadiagrammen, thematischen Karten, Karikaturen, Sachtexten, Statistiken) 
  • Freude an Teamarbeit, Diskussionen und Perspektivwechseln 
  • Anwenden von Problemlösestrategien 
  • Fähigkeit zum systemischen Denken und Abstrahieren