Die Wissenschaft fängt eigentlich erst da an interessant zu werden, wo sie aufhört.

Justus von Liebig (1803-73)

Die Wissenschaft fängt eigentlich erst da an interessant zu werden, wo sie aufhört.

Justus von Liebig (1803-73)

Das Fach Chemie

„Ist eine leere Flasche wirklich leer? Wieso lässt Backpulver den Kuchen aufgehen? Was geschieht mit einem Schaumkuss im Weltall? Fragen über Fragen. Experimente machen im Handumdrehen Naturgesetze verständlich, die das Universum bestimmen und damit auch unsere Welt und unser Leben.“ (Quelle: Experimente – Den Naturwissenschaften auf der Spur, Joachim Hecker, 2010)

Was macht ein Chemieschüler?

Oder besser gesagt, Auffassung eines Schülers vom Chemieunterricht:

„Chemie ist das, was knallt und stinkt.“ Genau diese Aussage kennen die meisten Schülerinnen und Schüler. Geht es nach ihnen, müsste es in jeder Stunde rauchen, brennen, knallen oder funkeln - also ein wahres Feuerwerk geben.

Was sagt der Chemielehrer dazu?

„Der einfachste Versuch, den man selbst gemacht hat, ist besser als der Schönste, den man nur sieht.“ (Michael Faraday)

Chemie ist ein praktisches Unterrichtsfach und ganz im Sinne des Konstruktivismus werden die Schülerinnen und Schüler möglichst viel selbst experimentieren und ausprobieren. In Anlehnung an „scientific literacy“ gilt es auch die praktischen Erfahrungen mit theoretischen Grundlagen zu untermauern, um so Alltagserscheinungen verstehen und erklären zu können. 

Kurz: Der Chemieschüler ist also in der Lage, sich seine Welt selbst zu erklären und Einfluss auf sie zu nehmen. 

 

Unterrichtsumfang des Faches

Das Unterrichtsfach Chemie wird ab der 8. Klasse bis zur 10. Klasse durchgängig unterrichtet. Die wöchentliche Stundenzahl beträgt eine Stunde (60 Minuten). In der Oberstufe wurde es in diesem Schuljahr (2018/19) erstmals seit langem wieder als Profilfach gewählt und wird somit dreistündig unterrichtet. Seit dem letzten Schuljahr wird Chemie profilergänzend mit zwei Unterrichtsstunden im Biologieprofil unterrichtet. 

 

Inhalte und Ziele

Unsere materielle Lebenswelt ist ausschließlich aus chemischen Bausteinen zusammengesetzt. Von moderner Energiespeicherung bis zu den Halbleitern in Touchscreens lassen sich chemisch-technische Entwicklungen nicht mehr aus unserer Alltagswelt wegdenken. Vom zielgerichteten Design moderner Arzneimittel bis zur optimierten Zusammensetzung eines Abflussreinigers spiegelt sich die Rolle der chemischen Forschung in unserem Leben wider.

Somit fordert das Verstehen unseres modernen Alltags Kenntnisse über Stoffe, deren Eigenschaften und Reaktionen. Darüber hinaus vermittelt der Chemieunterricht notwendige Kenntnisse über die Verwendbarkeit und die Gefährlichkeit von Stoffen.  Dies schließt auch einen Einblick in chemische Forschung mit ein - sowohl in die Grundlagen - als auch die anwendungsorientierte Forschung. […]

Die Themen des Unterrichts knüpfen an die Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler an. Ausgehend von diesen Themen werden Fragestellungen formuliert, die aus fachlicher Sicht betrachtet und bearbeitet werden. 

Die Bedeutung des Chemieunterrichts begründet sich jedoch nicht nur durch Alltagsbezüge und -relevanz, sondern auch durch vielfältige Möglichkeiten der Erkenntnisgewinnung, der beruflichen Orientierung und durch das Aufzeigen des Zusammenwirkens von Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft. […]

(Fachanforderungen Chemie, Kiel 2016, S.13)

 

Methoden

„Aufgabe der Naturwissenschaften ist es nicht nur die Erfahrung zu erweitern, sondern in diese Erfahrung eine Ordnung zu bringen.“ (Niels Bohr)

Um dieses Ziel erreichen zu können, werden die Schülerinnen und Schüler an verschiedene Methoden des Chemikers herangeführt. Dabei stehen vor allem das Experimentieren und der Umgang mit Modellen im Vordergrund. Darüber hinaus werden sie befähigt naturwissenschaftliche Fragestellungen zu entwickeln, problemlösend zu arbeiten, ihr eigenes Handeln zu reflektieren und gesellschaftlich relevante Fragestellungen zu bewerten.

Vor allem die unteren Klassenstufen lassen sich für naturwissenschaftliche Fragestellungen besonders begeistern. Aus diesem Grund bieten wir für die Orientierungsstufe eine Chemie-AG an.

Mehr zu den AG-Angeboten am ESG...

 

Exkursionen / außerschulische Lernorte

„Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr.“ (Marie Curie)

Um das Verstehen zu erleichtern, bietet es sich an, über den Tellerrand hinaus zu sehen und den Klassenraum zu verlassen. So haben wir bisher 

besucht. Weitere außerschulische Lernorte befinden sich im Aufbau.

Besonders interessierte Schülerinnen und Schüler können 3 Tage lang verschiedene Wasseruntersuchungen durchführen. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit anderen Schulen. 

Chemie als Profilfach

„Chemie im Kontext zwischen Labor, Natur und Technik“ 

Begleitende Fächer zu diesem Profilfach: Biologie und Geographie 

Inhalte des Profilfachs: 

  • Vorsicht, große Mengen Ethanol im Wein entdeckt… 
  • Wie viele Erdbeeren sind in meinem Erdbeerjoghurt? 
  • Das optimale Isogetränk für jeden Sportler – Utopie oder Realität? 
  • Macht Milch müde Schüler munter? 
  • Eine Welt ohne Kunststoffe – Fluch oder Segen? 
  • Sind alle Farbstoffe künstlich? 
  • Wie wertvoll ist unser Müll? 
  • Gibt es die ideale Energiequelle? 

Das sind nur einige spannende Fragen, die in diesem Profilfach thematisiert werden. Durch offene Arbeitsformen und durch eine Vielzahl praktischer Arbeiten werden die für den naturwissenschaftlichen Unterricht typischen Denk- und Arbeitsweisen kennengelernt und vertieft. Besuche in Chemieunternehmen bzw. chemischen Versorgungsbetrieben werden zusätzlich einen Einblick in den Alltag von Chemikern bzw. den in chemischen Betrieben arbeitenden Personen vermitteln.