Studienfahrt Dubrovnik

We, 15 students from the Elsensee-Gymnasium in Quickborn near Hamburg, two slavistics students with Croatian and Bosnian roots and two companions, spent 12 fabulous, blissful days in Dubrovnik, from September 21st till October 2nd. 

During our stay we discovered one of Europe's most picturesque and historic cities, which is highly interesting politically but also equally puzzling.
 
We were enchanted by nature and architecture and shaken by the facts of global tourism in vast quantities. 
 
Dubrovnik welcomed us with open arms. Croatians and global staff were simply outgoing, open-minded and communicative. We have seldom met so many warm-hearted and wonderfully kind people. 
 
We tried to capture our impressions by portraying Dubrovnik in film sequences, certainly not an easy job to do. 
 
The first short film is called "Dubrovnik nature and tourism". A second one will be uploaded before Christmas.
 
Have fun watching our film.
 
 
Unser Film zur Fahrt:
 
 
 
 
Geschichte und Treppensteigen
 
Schon beim Landeanflug auf Dubrovnik erstreckte sich die Stadt wie eine rote Perle am Wasser. Bevor die Stadt anfing als Republik und Handelsmetropole aufzustreben, stand Dubrovnik zunächst unter der Kontrolle Venedigs. Als Dubrovnik dann 1191 als Stadtstaat mit freien Handelsrechten hervorging, war sie immer noch, sowohl von der See- als auch von der Bergseite eingekreist. Auf der Seeseite bedrohte Venedig die Stadt und auf der Seite des Siriusberges das Osmanische Reich. Da Dubrovnik eine schwache Streitmacht hatte und damit diese Reichsmächte Dubrovnik nicht annektierten, zahlte Dubrovnik jährlich 12500 Golddukaten Schutzgeld an das Osmanische Reich und baute eine bis zu 25 Meter hohe Stadtmauer, welche von unserer Reisegruppe natürlich auch erklommen wurde. Während dieser Treppensteigexpedition konnten wir Dubrovnik aus einer ganz  anderen Perspektive betrachten, wobei die wahre Schönheit der Hinterhöfe, welche man vom Boden aus nicht sehen konnte, sich uns offenbarte, was natürlich auch von den Mitgliedern unserer Gruppe gefilmt wurde. Allerdings konnte hier die Zoomsucht einiger nicht befriedigt werden. Obwohl die Stadt katholisch war, pflegte sie durch Geschick und Diplomatie die Handelsroute zum Osmanischen Reich. So hielt die Republik viel Unheil fern und die Mütter mussten auch nicht einen ihrer Söhne an die Osmanische Armee abtreten wie im Bosnischen Mostar. Die Söhne wurden dort schon als Kleinkinder von ihren Eltern getrennt.
 
 
Schule und Spionage
 
Folglich gibt es in Dubrovnik eine große Tradition der Diplomatie im Bewusstsein der heutigen Bewohner. Es nimmt so auch nicht Wunder, dass es zu einer eindeutigen Begriffsklärung der Diplomatie kam, als wir Seminare an der DIU (Dubrovnik International University) besuchten. Mit großer Herzlichkeit wurden wir dort empfangen und durften an einem Einführungsseminar zur politischen Philosophie und Wirtschaft teilnehmen. Unsere Lehrerin platzte vor Stolz, als einer von uns mit vollendetem Englisch die Antwort Staat auf die Frage nach dem ersten Schritt politischer Organisation gab, nachdem alle anderen Studenten lange nach einer Antwort gesucht hatten. Wir arbeiteten in Gruppen, versorgt mit einem Fragekatalog, insbesondere die Frage, wie wir ein soziales Miteinander bestimmt durch Conflict und Cooperation organisieren würden. Es gab eine Gruppe der Konservativen, der Liberalen und Sozialdemokraten und natürlich der Anarchisten, das waren wir. Es war aber eine US-amerikanische Studentin der Liberalen Gruppe, die es dann auf den Punkt brachte: Diplomatie ist der Ausweg und Diplomatie ist Spionage. Das verhindert kriegerische gewaltätige Auseinandersetzungen.
 
 
Toleranz und Sklaverei
 
Dubrovnik hatte sich dennoch auch mit Handel, insbesondere mit dem Handel mit Salz zu einer unersätzlichen Handelsmetropole entwickelt. In diesem Geist des Handels wurden nicht nur die Moslems in Dubrovnik toleriert, sondern auch die Sepharden, jüdische Flüchtlinge aus Spanien wurden akzeptiert und die Sklaverei wurde früh abgeschafft. Puschkins Großvater war ein Schwarzafrikaner, der von einem Dubrovniker Kaufmann auf einem Osmanischen Sklavenmarkt freigekauft wurde.
 
Unser Gang durch die Gotteshäuser von Dubrovnik führte uns zu den herrlichsten Teppichen, wo wir Rast fanden nach längeren Fußgängen.
 
 
Architektur, Erdbeben und Wohlstand
 
Die Republik war außerdem ein Vorreiter im Bau von Wasserleitungen, die einen Brunnen zur täglichen Wasserversorgung hervorbrachten. Der Brunnen und die Kirchen der Stadt sind im Stil des Barocks und der Renaissance aus Kalkstein erbaut. Die Architektur zeigt noch heute den Wohlstand der Stadt. Im 17. Jahrhundert verlor Dubrovnik dann nicht zuletzt durch ein verheerendes Erdbeben immer mehr an Einfluss und Macht.
 
 
Gentrifikation
 
Heute sieht man keinerlei Schäden des Bürgerkrieges der 90er-Jahre und des Erdbebens mehr, allerdings hat sich Dubrovnik im Laufe der Jahre in ein Zentrum des Tourismus entwickelt. In den Sommermonaten kommen täglich Kreuzfahrtschiffe, die jeden Tag bis zu 11000 Touristen ermöglichen durchs Pile-Tor zu strömen. Bei unzähligen Stadtführungen lernen diese als erstes den heiligen Blasius kennen, der bei den Einwohnern als Schutzpatron in die Geschichte eingegangen ist. Er soll auch als bei Halsschmerzen helfen. Der Tourismus nimmt in der Stadt immer mehr Überhand. So lässt sich auch die Bevölkerungsbewegung aus der Altstadt erklären. Ganz anders sieht es im Winter aus, wenn die Stadt wie ausgestorben sein soll. Von einem Einwohner haben wir erfahren, dass er sechs Monate jeden Tag arbeiten muss, im Winter aber sechs Monate am Stück frei hat.
 
 
Failed Ambitions
 
Im Kontrast zu diesem neuen Wohlstand steht die Stadt Mostar, die in einem Tal in Bosniens Bergen liegt. Dort schwebt der Krieg immer noch in der Luft. Wir machten uns in einem kleinen Bus auf den Weg dorthin und mussten zweimal einen Grenzposten passieren. Auch in Bosnien wurden wir noch einmal kontrolliert. Unseren Aufsichtspersonen verschlug es den Atem, denn sie hatten Angst, dass wir länger festgehalten werden würden, wie schon an der bosnischen Grenze bei der Einreise und dass wir Ablösung bezahlen müssten. Die Panik war unbegründet. Und mit nur zweistündiger Verspätung trafen wir dann in Mostar ein.
 
Gleich nach dem Aussteigen kamen wir auf die Straße, die die Demarkationslinie im Krieg gewesen war. Es gab kaum ein Gebäude ohne Spuren von Einschüssen und viele Ruinen neben neu errichteten Gebäuden.
 
Wir hatten eine große Aufgabe in Mostar. In zwei Gruppen aufgeteilt, betreut von Studenten, erkundeten wir die Stadt auf einer Rallye. Eine deutsche Aufsichtsperson verloren wir auch gleich, denn wir hatten uns in die Höhe entfernt, in einen mehrstöckigen Trümmerhaufen, in dem sich viele Graffitikünstler eindrucksvoll verwirklicht hatten. FAILED AMBITIONS. Dieses Gebäude war als Bank nie in Betrieb genommen worden.
 
Unsere zweite deutsche Aufsichtsperson hätten wir fast im Pashminaschal-Rausch auf dem orientalischen Markt in der muslimschen Altstadt verloren. Auch dort trafen wir einen dort lebenden deutschen Schüler mit südkoreanischem Hintergrund. Hunger hatte natürlich auch schon wieder jeder. Dieser Student half uns, etwas jenseits der Brücke an Pizza zu finden. Der Pizzaservice in dem muslimischen Teil, erfuhren wir, liefert nicht in den christlichen Teil und der Pizzaservice im christlichen Teil auch nicht in den muslimischen. Wenn Fussballspiele zwischen einer muslimischen und christlichen Mannschaft stattfinden, herrscht immer noch grösste Spannung und gewaltätige Auseinandersetzungen sind eher die Regel und jeder friedliebende Einwohner sollte tunlichst nicht auf die Strasse gehen. 
 
Spät abends waren wir dann wieder „zu Hause“.