Quickborner Tageblatt von 2.6.2007
Von alternden Menschen und aufgeschnittenen Klonen
QUICKBORN: Gymnasiasten zeigen „Invasionen"-Ausstellung
Mit ihren faszinierenden Werken standen die Schüler des Elsensee-Gymnasiums sogar schon bei einer Hamburger Kunstausstellung.
Science-Fiction-Streifen oder Splatter-Movie? Beides falsch. Kein Film, vielmehr eine filmreife Ausstellung. Der Leistungskurs (LK) Kunst des Elsensee-Gymnasiums zeigte seine Projektarbeit „Invasionen". Ob aufgeschnittene Körper, verzerrte Gesichter oder Cyborgs: Eindringliche analoge und digitale Fotos sowie einigen Plastiken prägen das Werk der jungen Künstler.
Mit teilweise einfachsten Mitteln arbeiteten die Gymnasiasten: So wurde nasses geknülltes Toilettenpapier zur herausstehenden Vene. Aber auch in der Digitalfotografie tobten sich die Schüler aus. Mit Bearbeitunsprogrammen wurden Aufnahmen manipuliert und verändert. Theresa Arndt (19) schuf eine Bildfolge, auf der ein Mädchen mit ihrem Klon zu sehen ist. Als das „Original" einen Unfall hat, wird Haut von der Kopie entfernt. Nun ist der Roboterkörper zu erkennen.
Laura Bubert werkelte viele Wochen an ihrer Skulptur, die mit Liedzitaten versehen ist. „Ich will damit aufzuzeigen, wie viele Menschen ihre Ju gend mit Alkohol und Drogen vergeuden. Die Figur soll einen lebenden Toten darstellen, der innerlich schon längst gestorben ist", erklärt die 18-Jährige. Laura Twisselmann (19) stellte eine kontrastreiche Collage über das Älterwerden zusammen: „Als junger Mensch möchte man unbedingt erwachsen werden. Wenn das höhere Alter erst einmal erreicht ist, wendet sich der Spieß und die Sehnsucht nach der Jugend keimt auf."
„Wir sind sehr beeindruckt von den Leistungen", betonen LK-Lehrer Hartwig Haack und Kunstlehrerin Laila Unger. Im Oktober des vergangenen Jahres wurden einige der Exponate sogar in einer großen Hamburger Ausstellung gezeigt. (werm)