Quickborner Tageblatt vom 9.5.2007
Das sind Quickborns jüngste "Suchtberater"
ELSENSEE-GYMNASIUM: 13 Jungen und Mädchen lassen sich in ihrer Freizeit fachmännisch ausbilden
Zweimal die Woche bieten die jungen „Suchtberater" eine Sprechstunde an, um Mitschülern zu helfen, die Probleme mit Drogen haben.
QUICKBORN. Dr. Reinhard Mischke, Leiter des Elsensee-Gymnasiums, lobte seine Schüler: „Es ist wichtig, soziale Verantwortung zu übernehmen." 13 Jungen und Mädchen der Einrichtung haben sich während eines zehnwöchigen Kurses zu „Suchtberatern'' ausbilden lassen. Und das in ihrer Freizeit. Das Seminar wurde von Mitarbeitern der ATS Suchtberatungsstelle Quickborn entwickelt. Diplom-Psychologin Katja Schuppert unterrichtete die Schüler im Alter von 14 bis 17 Jahren. Die Stiftung der Sparkasse Südholstein unterstützt das Projekt finanziell.
Hintergrund der Ausbildung ist der suchtpräventive „Peer-to-Peer-Ansatz", der davon ausgeht, dass Gleichaltrige von ihren Mitschülern bei Problemen eher zu Rate gezogen werden als Lehrer oder professionelle Suchtberater.
Zweimal wöchentlich werden die jungen Experten währen der Pausen (10.55 bis 11.10 Uhr) Sprechstunden abhalten. Auch Termine können dann vereinbart werden.
Während der Ausbildung erhielten die Teilnehmer nicht nur grundlegende Informationen über legale und illegale Substanzen, zu Formen von Abhängigkeit und den Gründen einer Sucht, sondern sie beschäftigten sich auch mit Kommunikation und Beratungsabläufen.
Besonders der letzte Punkt bereitete einigen Teilnehmern Schwierigkeiten. „Ich hätte nicht gedacht, dass man als Berater so viele Sachen bedenken muss. Es gibt keine Patentrezepte", sagte eine Schülerin. Ein anderer Schüler staunte, dass so viele Arten von Drogen auf dem Markt sind. Ansons ten sind alle sehr motiviert, ihren Mitschülern zu helfen.
Am Elsensee-Gymnasium gibt es laut Einschätzung von Mischke zwar keine großen Drogenprobleme, aber: „Wenn wir nichts machen, bleibt es ja nicht dabei."
Bei der Ausbildung zum „Suchtberater" handelt es sich um ein Pilotprojekt, das in Quickborn startete. An weiteren vier Schulen der Kreise Pinneberg und Segeberg soll es angeboten werden. (erd)