Einleitung
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts während der Epoche der Romantik, entwickelt sich in der Musik eine neue Stilrichtung. Die romantische Musik. Über drei Phasen (von der Frühromantik über die Hochromantik bis hin zur Spätromantik) ersetzt diese neue Art der Musikinterpretation nach und nach die vorher traditionelle „klassische Musik“. Sie beinhaltet viele Emotionen, stärkere Harmonik und zeigt einen lyrischen Charakter. Über die gesamte Epoche entwickelt sich beispielsweise ein immer „farbenfroheres“ Orchester; Die musikalischen Mittel erweitern sich pausenlos und die Komponisten leben in ihrer Musik ihren eignen Stil aus mit persönlichen Emotionen und Gefühlen.
Die Frühromantik (1790 bis 1820 )
Die Revolution der klassischen Musik begann mit den Opern von Karl Maria von Weber und den gefühlvollen Stücken von Ludwig van Beethoven. Auch Franz Schubert trug zum Beginn der neuen Entwicklung bei. Jedoch war von Weber der erste, der seine Oper direkt als „romantische Oper“ bezeichnete. Sie war noch nicht stark von den neuen Kennzeichen geprägt und lässt sich deshalb gut in die Frühromantik einordnen.
Die Hochromantik ( 1820 bis 1850 )
In der Hochromantik sorgte vor allem Frédéric Chopin für die Auslösung neuer unbekannter Gefühlstiefen. Doch auch Komponisten wie Robert Schumann, Franz Liszt, Felix Mendelssohn Bartholdy oder Richard Wagner für eine stark gesteigerte Melodik, mehr Empfindungen, Gefühle und Träume in der Musik. Es bildeten sich spezifische Nationalromantiken – jedes Land entwickelte seinen eigenen Stil und aus jedem gingen berühmte Komponisten hervor (So blieb Italien beispielsweise die ganze Zeit über berühmt für seine Opern).
Die romantische Musik findet in diesem Abschnitt der Epoche ihren Höhepunkt.
Die Spätromantik (1850 bis 1890 )
Die traditionelle Form der klassischen Musik wird nun immer weiter aufgelöst. Jeder Komponist entwickelt seine eigene „Tonsprache“ und Stil. So stechen manche kuriose Komponisten wie beispielsweise Erik Satie hervor und andere, die immer individueller werden. Heute bekannte Komponisten wie Gustav Maler (Sinfonien), Max Regner (Weiterentwicklung von Bachs traditioneller Musik), Siegfried Wagner (Oper) oder Richard Strauss (Oper) treten in dieser späten Zeit der Romantik auf. Zusätzlich entstand eine zunehmende Begeisterung für das Mittelalter und dessen Minnegesang, sowie für Geschichten erzählende Volkslieder, vor allem über das Reisen und natürlich die Liebe.
Stark auswirken auf die musikalische Entwicklung tut sich auch, der in Frankreich von Claude Debussy aus der Kunst eingeführte, Impressionismus. Debussy bezeichnet die Musik als „Klang- und Farbkunst“, wodurch seine Werke zu impressionistischen Klangbildern werden. Die Stimmung der Musik wird in Tönen gemalt, wie bei einem impressionistischen Gemälde.
Ende des 19. Jahrhunderts erreicht die spätromantische Musik die Schwelle zur Moderne.
Bezug zum Buch „Aus dem Leben eines Taugenichts“
Das Buch „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff handelt zur Zeit der Spätromantik. Wie oben schon erwähnt, spielte in dieser Zeit der Individualismus eine große Rolle. Jeder Musiker brachte seine Gefühle und Emotionen in seiner Musik zur Geltung – das was man nicht in Worte fassen konnte, wurde in Melodik und Farbklängen umgewandelt. So tut es auch der Taugenichts: Er und auch die Menschen in seiner Umgebung identifizieren ihn mit seiner Musik. Seine romantischen Lieder auf der Geige begeistern viele Menschen, denen er begegnet. So drückt auch er seine Gefühle in seinen Liedern aus: „[…]Ihr darf ich keinen reichen/ Sie ist zu hoch und schön/Die müssen alle verbleichen/Die Liebe nur ohne Gleichen/Bleibt ewig im Herzen stehn.“ [S.14, Z.1-10] Er drückt in diesem Lied seine Liebe zu der schönen, angebeteten Frau aus. Doch auch seine Frustration kommt stark zur Geltung, da er sie aufgrund ihrer Schönheit und ihres Ranges nicht erreichen kann. So spiegelt er seine persönlichen Gefühle in seiner Musik individuell wider. Seine knappe Begleitung mit der Geige und seine volkstümlichen, märchenhaften Erzählungen erinnern an den Trend des Mittelalters in der spätromantischen Epoche. Es ist einer Art Minnegesang, die der Taugenichts hervorbringt. Er entspricht etwa einem Narren auf einem Königshof, der mit seiner amüsanten Musik das adlige Publikum unterhält. Somit lässt er sich ideal in den romantischen Musikgedanken der spätromantischen Zeit anordnen.
[Quellen: www.wikipedia.org, www.maraba.de/Litform/uebroma6.htm]