Rollenbiografie

  • Nenne die fehlenden Stationen der Reise des Taugenichts
 
 
Start:   heimatliche Mühle in Süddeutschland (Kapitel 1)
 
 
______________________________     (Kapitel 2)
 
 
B. und weitere italienische Dörfer (Kapitel 3+4)
 
 
______________________________ (Kapitel 5+6)
 
 
______________________________ (Kapitel 7+8)
 
 
Auf dem Weg durch die Berge, auf dem Postschiff     (Kapitel 9)
 
 
______________________________  (Kapitel 10)
 
 
 
  • Erkläre, wer der Maler Leonard ist, was er mit Flora bzw. Guido zu tun hat und warum die beiden so handeln wie im Buch beschrieben!
  • Warum wird der Taugenichts auf dem italienischen Schloss so fürstlich behandelt?
 
 
Mein Vater begann schon früh mich Taugenichts zu nennen, weil ich mich auch als kleiner Junge schon gerne um jegliche Arbeit herumdrückte. Stattdessen habe ich gerne die Natur um unsere Mühle herum entdeckt, einfach nur die Luft und das Leben genossen und, sehr zum Ärgernis meines Vaters, seine Geige ausprobiert. Ich war schon immer neugierig und wissbegierig und stets faul. Das änderte sich auch nicht, als ich zu einem jungen, erwachsenen Mann heranwuchs. In unserer Mühle hatte ich viele schwere Aufgaben, am besten war ich jedoch darin, sie zu vergessen. Dadurch handelte ich mir einiges an Prügel meines Vaters ein, doch irgendwann reichte es ihm endgültig. Er setzte mich vor die Tür. Ich sollte lernen, auf eigenen Beinen zu stehen, das Berufsleben kennen lernen. Ich war darüber höchst erfreut, denn es war gerade Frühling geworden und wir Bauern würden bald viel zu tun haben. Ich machte mich also nur mit meiner Geige, die ich inzwischen von meinem Vater geerbt hatte und einem Groschen auf den Weg in die weite Welt. Ich wusste nicht was mich erwartet. Das machte mich besonders stolz, weil ich den Mut hatte frei in die Welt hinaus zu gehen. Schon bald wurden zwei Damen durch mein Geigespiel auf mich aufmerksam. Sie nahmen mich auf ihrer Kutsche mit aufs Schloss in Wien. So etwas Prächtiges hatte ich noch nie gesehen und zu meinem Glück wurde mir gleich das Metier des Gärtners angeboten und später sogar das, des Einnehmers im Zollhaus. Hinzu kam, dass meine Aufmerksamkeit ständig auf eine edle, junge Gräfin gelenkt wurde. Jeden Abend legte ich ihr einen Strauß meiner selbst angebauten Blumen in ihren Garten auf einen steinernen Tisch. Am Morgen waren die Blumen stets verschwunden.
 
So lebte ich glücklich auf dem Schloss bis ich merkte, dass gar nicht die schöne, junge Gräfin, in die ich mich verguckt hatte, meine Blumen abholte, sondern eine etwas ältere, dickere Dame des Schlosses. Mein Herz wollte fast zerspringen und auch meine Arbeit bereitete mir keine Freude mehr. So beschloss ich, weiter zu reisen ins schöne Italien und meinen Liebesschmerz hinter mir zu lassen.
 
Ich kannte den Weg nach Italien nicht und ich traf auch niemanden, der so hilfsbereit war, mir den Weg zu erklären. Nur zwei junge Burschen traf ich, die mich in einem einsamen Wald mit einer Pistole bedrohten. Sie wollten den Weg nach B. wissen und akzeptierten nicht, dass ich ihn nicht kannte. Also wählte ich einen Weg auf gut Glück und zu meinem Erstaunen kamen wir wirklich in B. an.  Überraschenderweise gaben mir die zuerst so groben Burschen ein herzhaftes Mahl und frische Kleidung. So reiste ich noch weiter mit ihnen. Sie stellten sich als zwei Maler vor, Guido und Leonard. In einer italienischen Gaststätte jedoch verloren wir uns und ich reiste alleine mit ihrem Kutscher auf ihrem Wagen weiter. Er brachte mich zu einem italienischen Schloss, wo ich wie ein Fürst empfangen wurde. Dort lebte ich eine Weile lang ein sehr angenehmes Leben, bis ich einen Brief der schönen, jungen Gräfin empfing, die mich bat zu ihr zurück zu kehren. Ihr Name war Aurelia.
 
Da packte mich wieder die Reiselust, aber statt zurück nach Wien zu wandern, ging ich nach Rom. In der Nacht meiner Ankunft dachte ich meine schöne Aurelia in einem Garten singen zu hören, doch über Umwege fand ich heraus, dass sie zwar tatsächlich in Rom gewesen war, inzwischen aber schon abgereist war. Es erfreute mich zum Einen, dass auch sie mich wieder sehen wollte. Zum Anderen war ich jedoch entsetzt, dass sie wieder in ungreifbare Ferne gerückt war. Ich entschied ihr sofort hinterher zu reisen und fuhr mit einem Postschiff zurück nach Wien. Als ich endlich wieder das schöne Schloss mit meiner wunderbaren Aurelia errichte musste ich feststellen, dass sie gar nicht die Gräfin war, sondern die Nichte des Portiers mit dem ich in der Zeit meines Daseins als Einnehmer so viele Feierabende verbracht hatte. Der wahre Graf war der Bursche, der mich einst als Maler Leonard bedroht hatte. Sein Gefährte Guido war in Wirklichkeit eine Dame namens Flora, die mit dem Grafen Leonard liiert war. Weil Flora aber in eine andere Familie verheiratet werden sollte floh sie verkleidet mit ihrem Geliebten Leonard nach Italien. Aurelia hatte also ihr den Brief geschrieben und der herzliche Empfang auf dem italienischen Schloss war auch eigentlich für sie bereitet. Doch das alles scherte mich nicht, ich wollte nur mit meiner Aurelia sein und sie auch mit mir. Wir leben jetzt hier auf dem Schloss und ich habe wieder ein paar Gärtneraufgaben übernommen. Gleich einen Tag nach meiner Ankunft vor drei Wochen habe ich einen Brief an meinen Vater abgeschickt. Er soll wissen, dass die Reise seines faulen Sohnes Früchte getragen hat. Ich habe im Leben nun endlich Entscheidungen getroffen und mich festgelegt, denn ich möchte hier bleiben, arbeiten und Aurelia heiraten. Ich warte nun jeden Tag auf die Antwort meines Vaters, der mir wahrscheinlich berichtet wie sich meine ehemaligen Kameraden jeden Tag auf dem Feld in der Heimat abschufften ohne im Leben weiter zu kommen. Ich hoffe meine Familie wird mich bald besuchen und sehen, wie herrschaftlich ich hier lebe. Ich spiele fast jeden Morgen beim Sonnenaufgang auf meiner lieblichen Violine für meine liebliche Braut, die mir entzückt zuhört. Nun fehlt mir nur noch ein Sohn, dem ich einmal zeigen möchte, dass es nichts bringt sich zu überarbeiten, wenn man kein Ziel vor Augen hat und dass man mit ein bisschen Gelassenheit das Leben viel besser entdecken kann.