- Liste in Stichpunkten Goethes Bild von Italien auf. Gehe hierbei auf sein Leben und die Textausschnitte ein.
- Vergleiche dieses mit dem Buch „Aus dem Leben eines Taugenichts“.
Italien als Reiseziel bei Johann Wolfgang von Goethe
Goethe ist von 1786-1788 für zwei Jahre nach Italien gereist. Die Reise war für ihn eine Art Flucht, die er auch im Geheimen vorbereitete, da die Arbeit als Minister in Weimar seine literarische Kreativität blockierte. Italien war Goethe schon seit frühester Kindheit durch die Erzählungen des Vaters und die von seiner Italienreise mitgebrachten Kupferstiche von Rom wohlvertraut.
Am 3. September 1786 fuhr er nachts mit der Postkutsche ab, ohne sich von jemand verabschiedet zu haben. Bis auf dem Herzog und seinem Diener war niemanden das Reiseziel, Rom, bekannt.
In Rom fühlte Goethe sich sofort wie zuhause, als hätte er nie woanders gelebt.
Er veränderte sich in seiner Zeit in Italien. Er fing an aufzublühen und seine tiefsten Sehnsüchte zu verwirklichen. Er wurde sehr kreativ und fing an zu zeichnen, malen, modellieren und schreiben.
Außerdem entdeckte er erst hier in Italien die wirklich sinnliche und körperliche Liebe. Was sich auch in den Gedichten wiederspiegelte, die er zu der Zeit nach Hause sandte. Sie waren sinnlich und voller Leidenschaft.
Er veröffentlichte 1829 ein Tagebuch dieser Reise, in dem er beschreibt, wie er Italien erlebt hat, zum Beispiel die Menschen oder die Kultur. Auch hier drin spiegelte er seine große Liebe zu Italien wieder.
Italien spielt auch in Goethes Texten eine große Rolle. Er benutzt es oft als beliebtes Reiseziel.
So auch in den Textauszügen aus „ Werke in vier Bänden“.
In den Textauszügen geht es um eine Person die nach Italien gereist ist und die Eindrücke, die sie dort gewinnt in einem Reisetagebuch niederschreibt.
Auch diese Person hat eine schöne Zeit in Italien und schreibt, dass Rom für sie die Hauptstadt der Welt ist und sie seit ihrer Jugend davon träumt einmal dorthin zu reisen, da ihr Vater ihr italienische Prospekte und Gemälde zeigte, die sie beeindruckten.
Sie ist in Italien ein ganz anderer Mensch geworden, hat zu sich selbst gefunden und ist glücklicher und vernünftiger geworden. Goethe entwirft hier das Bild eines durchwegs positiven Italiens und es lassen sich viele Parallelen zu seinem wirklichen Leben erkennen.
Er beschreibt Italien genau so wie er es erlebt hat. Die persönliche Veränderung, indem man endlich zu sich selbst findet und seine Träume erfüllt, und die Entdeckung einer neuen, besseren Welt. Für ihn ist Rom eine Art Paradies, in dem nur genießende Menschen leben und er schreibt, wenn man einmal in Rom gelebt hat vergisst man den Rest der Welt.
Auch in dem Buch „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff, reist der Taugenichts nach Italien.
Es ist für ihn eine Flucht vor seinem langweiligen Leben als Zolleinnehmer. Außerdem möchte er seine große Liebe, die gnädige Frau vergessen.
In dem Buch ist Italien als schönes Land bekannt und der Portier rät dem Taugenichts nach Italien zu reisen.
„Wertgeschätzter Herr Einnehmer! Italien ist ein schönes Land, da sorgt der liebe Gott für alles, da kann man sich im Sonnenschein auf den Rücken legen, so wachsen einem die Rosinen ins Maul, und wenn einen die Tarantel beißt, so tanzt man mit ungemeiner Gelenkigkeit wenn man auch sonst nicht tanzen gelernt hat.“
Der Taugenichts reist also nach Italien und lässt sein altes Leben in Deutschland zurück.
Die Reise führt ihn nach Rom, was auch er für eine heilige Stadt hält.
Ich war Tag und Nacht eilig fortgegangen, [.....]. Unterwegs erfuhr ich, dass ich nur noch ein paar Meilen von Rom wäre. [....] Das Meer leuchtete von weitem, der Himmel blitzte und funkelte unübersehbar mit unzähligen Sternen, darunter lag die heilige Stadt, [...], und Berge standen daneben, wie dunkle Riesen.
Die Einstellung des Portiers zu Italien und die Wertestellung Roms lassen sich mit den Textauszügen vergleichen.
Auch zu Goethes Leben gibt es Parallelen. Für den Taugenichts ist Italien auch das Land der Freiheit, da er genau wie Goethe völlig frei von irgendwelchen Pflichten ist und einfach seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Geige spielen, nachgeht.
Alles in allem lässt sich zusammen fassen, dass Goethe eine schöne Zeit in Italien gehabt hat und er das Land als etwas Besonderes ansieht.
Dort kann man sich persönlich verändern, zu sich selbst finden, seine Träume verwirklichen, das tun was einem Spaß macht und völlig frei von seinen sonstigen Pflichten sein.
Diese Einstellung zu Italien gibt er auch in seinen zahlreichen Texten wieder.
Besuchte Städte in Italien
Goethe: Verona, Vicenza und Venedig sind die Hauptstationen, bis er schließlich das eigentliche Ziel: Rom erreicht. Vier Monate bleibt er hier. Dann entschließt er sich zur Reise in den Süden Italiens. Vier Wochen hält er sich in Neapel auf. Ende März setzt er mit einem Schiff nach Sizilien über. Im Juni kehrt er für ein fast volles Jahr nach Rom zurück. Kurz nach Ostern 1788 tritt er über Siena, Florenz und Mailand die zweimonatige Rückreise nach Weimar an.
Werke in vier Bänden: Rom, Caserta, Neapel
Taugenichts: Dorf B. Rom