Presse

Lynx, Ausgabe 02/2007

 

Neues von den Flechtenkartierungen
(von Walter Krohn)

 
Die Möglichkeiten der Flechtenkartierung haben sich bis nach Quickborn herumgesprochen: Frau Oden-Behrendt vom Elsenseegymnasium hat mit ihrem Leistungskurs über 50 Bäume an sorgfältig ausgesuchten Standorten untersucht, um festzustellen, ob die Luft außerhalb Hamburgs nahe am Him­melmoor deutlich besser ist. Die Ergebnisse überraschten – die Luftbelastung unter­schied sich kaum von der im Ham­burger Innenstadtgebiet!
 

Das zeigen vor allem die Bäume am  Rande des  Himmelmoores: ihre Zeigerwerte  unterscheiden sich kaum von denen der Stadt­bäume. Allerdings gibt es hier nur wenige geeignete Bäume und als Einzelfunde auch zwei mickrige Evernia-Exemplare"

 

Evernia prunastri, die Pflaumenflechte, ist eine der ganz wenigen Strauchflechten, die sich überhaupt im Stadtgebiet finden und reagiert relativ empfindlich auf Belastungen der Luft.

 

Insgesamt können wir für Quickborn eine re­lativ hohe Luftbelastung feststellen. Für den Flechtenbewuchs bedeutet das, dass die Le­bensbedingungen für die anspruchsvolleren Arten noch nicht ganz ausreichen. Der Zustand der Normalzone" ist noch nicht erreicht." So die Auswertung des Leistungskurses.

 

Am Gymnasium Hochrad hat Frau Suttner mit zwei Grundkursen eine der bisher umfang­reichsten Kartierungen überhaupt durchge­führt. Es sind buchstäblich hunderte von Bäu­men im Westen Hamburgs aufgesucht, erfasst und ausgewertet worden! Die Dichte, mit der Evernia prunastri entlang einer der Hauptver­kehrsachsen auftritt, hat dann doch überrascht. Und zur Elbe hin wird diese Flechte immer sel­tener. Stimmt es vielleicht doch, dass die stark schwefelhaltigen Abgasfahnen der Schiffe deut­lich negative Folgen haben?

 

Mit der Untersuchung dieser Hypothese hat Laiq-jan Saidi einen Siegerplatz im Landeswett­bewerb Jugend forscht" und einen 4. Platz im Bundeswettbewerb erkämpft! Betreut wurde diese Arbeit durch Frau Groth an der Gesamt­schule Blankenese; die Idee zu dieser Arbeit stammt letztlich aus dem Flechtenkurs" hier in der Grünen Schule.

 

Sucht Evernia!“ könnte mittlerweile ein sehr lohnender Auftrag für Gruppen ab Klasse 8 sein!

 

Mittlerweile haben die vielen Untersuchungen von Schülerinnen und Schülern eine ganze Rei­he von Fundorten ergeben! Nun ließen sich diese Standorte genauer untersuchen. Für inte­ressierte Lehrer gibt es in der Grünen Schule eine Broschüre mit genauen Arbeitsanleitungen. Allen Kartiererinnen und Kartierern, allen Leh­rerinnen und Lehrern, allen Schülerinnen und Schülern, die dies Jahr Flechten kartiert haben, ganz herzlichen Dank!