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Jessica Fintzen (18) vertritt Deutschlandwährend der Physik-Olympiade in Hanoi. (Foto: Leibniz-Institut)

Quickborner Tageblatt: 5.4.2008

Für Physik-Olympiade qualifiziert

Jessica Fintzen ist die erste Frau aus Schleswig-Holstein, die diesen Wettbewerb gewonnen hat. Sie gehört zu den fünf besten Nachwuchstalenten Deutschlands.

 
Von René Erdbrügger
 
Die Stadt Quickborn und das Elsensee-Gymnasium sind stolz auf Jessica Fintzen (18). Das Ass in Naturwissenschaften hat die Ausscheidung zur internationalen Physik-Olympiade gewonnen. Eine Woche lang brüteten im Forschungszentrum Jülich 15 Schülerinnen und Schüler über theoretischen und praktischen Aufgaben aus dem Fach Physik.
 
Dann war es entschieden: Fintzen gehört jetzt zu den fünf besten Nachwuchstalenten Deutschlands. Und sie ist die erste Frau aus Schleswig-Holstein, die diesen Wettbewerb gewonnen hat. Im Juli darf sie zur Physik-Olympiade nach Hanoi (Vietnam) fliegen. Dort kämpfen dann etwa 400 Teilnehmer aus rund 80 Nationen um Medaillenränge.
 
So überraschend kommt der Sieg allerdings nicht: Die Elsensee-Gymnasiastin steht schon lange in dem Ruf, eine hervorragende Naturwissenschaftlerin zu sein. Die 18-Jährige liebt es, knifflige Aufgaben zu lösen. "Je schwieriger, desto besser", sagte sie. Als Bundessiegerin in Physik glänzte sie bereits, während zahlreicher Wettbewerbe brillierte sie. Fintzen ist aber nicht nur eine Denksportlerin, sondern nimmt auch als Leistungsturnerin an Landeswettbewerben teil.
 
Die Konkurrenz in Jülich war groß: "Alle Teilnehmer haben Außerordentliches geleistet", sagte Dr. Stefan Petersen vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften in Kiel (IPN), dem Koordinator des bundesweiten Auswahlverfahrens zur Internationalen Physik-Olympiade. Die Jugendlichen, die sich an den Aufgaben versuchten, hatten bereits ein strenges Auswahlverfahren hinter sich. In der ersten Runde des Wettbewerbs machten etwa 350 Schüler aus dem gesamten Bundesgebiet mit.
 
Die Aufgaben wurden in Jülich so konzipiert, dass sie an vielen Stellen einen Bezug zu der Arbeit am Forschungszentrum hatten, informierte Dr. Petersen. So mussten die Jugendlichen im praktischen Teil beispielsweise die Schwingungen einer Sperrholzplatte untersuchen. Zwei Klausuren galt es es für die jungen Naturwissenschaftler auch zu lösen.
 
Wie Fintzen in Hanoi auch abschneiden mag - aufgrund ihrer Qualifikation hat sie jetzt schon ein Stipendium in der Tasche. Das kann sie gut gebrauchen, denn die Gymnasiastin will nach dem Abitur auf jeden Fall Naturwissenschaften studieren.