"Die schöne Frau"

Zu den Charakteren:
  • Wie unterscheiden sich die beiden Personen?
  • Wo haben der Taugenichts und „die schöne Frau“ Gemeinsamkeiten?
  • Warum ist „die schöne Frau“ schüchtern gegenüber dem Taugenichts?
  • Warum hat der Taugenichts seinen Namen??
 
Zu dem Vergleich:
  • Wie verhält sich die schöne Frau oder der Taugenichts in beiden Textstellen?
  • Was sind die Unterschiede in den beiden Texten?
 
Zu dem Dialog:
  • Wie mag sich die schöne Frau nach dem Gespräch fühlen?
  • Warum folgte der Taugenichts der schönen Frau?
  • Weshalb senkt die schöne Frau ihren Blick, wenn der Taugenichts ihr Komplimente macht?
  • Dialog zwischen dem Taugenichts und „Der schönen Frau“
 
 
Der Taugenichts trifft „die schöne Frau“ an dem kleinen Teich im Garten.
 
Taugenichts: Schönst, gnädige Frau, was treibt Sie zu so später Stunde in meinen Garten?
Die schöne Frau: Wieso erschreckt Er mich so sehr? Wieso schleicht Er sich heran?
T: Ich hatte Sie gesehen und bin Ihnen hinterher gegangen, da ich mich um Ihr Wohl sorgte.
F: Ist Er es nicht der mir die Blumen schenkt und Lieder singt?
T: Ja, ich weiß, ich sing es recht dreist weg, jedoch konnte ich es nicht mehr länger an mich   halten. Bitte verstehen Sie doch; Sie verzauberten mich seit dem ersten Tag.
Meine Präsente sind nur dazu da, um Sie, die Allerschönste, glücklich zu machen.
(Die schöne Frau schaut zu Boden und dreht sich zum Teich.)
T: Verzeiht, ich sagte zu viel…
F: Nein, Er muss sich nicht entschuldigen, Er tat nichts Falsches…
T: Was bedrückt Sie denn?
F: Es ist der Lauf der Dinge… Das Geld, der Rang… Die Dinge die einen Menschen heute ausmachen. Ein Herz wie Seines ist rein und gut, doch das der Anderen trüb und kalt.
T: Sie sorgen sich um mich?
F: Ich sorge mich viel, doch noch viel mehr um Menschen reinen Herzens.
(Die schöne Frau wendet sich mit gesenktem Blick ab und geht zurück zum Schloss und überlässt dem Taugenichts seinen Gedanken.)
T: Welch Glück mich erfüllt. Die Wiesen sind grüner, der Himmel ist blauer. Mein Herz es schlägt so schnell, es möchte ihr alles sagen.
Sie sorgt sich um mich, doch sorge ich mich noch mehr um sie!
Ihr Blick blieb starr und ihr Herz blieb kühl, doch spüre ich die Wärme ihrer Seele…
  
Charakterisierung

 

Taugenichts
„Die Schöne Frau“
  • faul
  • hat nur seinen Vater, der Müller
  • freundlich
  • fröhlich -> drückt seine Gefühle durch sein Singen und durch das Spielen auf der Geige aus
  • schämt sich nicht seine Gefühle zu zeigen (zu weinen)
  • aufgeschlossen, offen zu anderen Menschen
  • hat eine reine Art
  • gelassen
  • anspruchslos
  • durch seine Musik will er die Menschen erheitern
  • liebt die Natur
  • verliebt sich in „die schöne Frau“
  • hat anfangs keine genauen Ziele und Pläne
  • sein einziges Ziel ist Aurélie („die schöne Frau“)
  • verfolgt sein einziges Ziel -Aurélie- sehr hartnäckig
  • befreundet sich mit dem Portier
  • bekommt im Schloss in Wien eine Arbeit als Gärtner, später wird er befördert zum Zolleinnehmer
  • ist sehr romantisch
  • heiratet am Ende „seine schöne Frau“
  • plant mit dieser eine Reise nach Italien
Sehr optimistischer Mensch
  • schüchtern
  • spielt Gitarre
  • heimlich verliebt in den Taugenichts
  • ist die Nichte des Portiers
  • zeigt ihre Gefühle selten
  • anfangs abweisend, kühl
  • verträumt
  • am Ende jedoch zeigt sie ihre Gefühle
  • heiratet den Taugenichts
  • lebt mit diesem auf einem Schloss in Wien, das ihnen der Graf geschenkt hat
  • ihre Eltern starben, woraufhin ihr Onkel der Portier sie zu sich nahm
  • wurde von der Gräfin zu sich geholt
Zurückhaltende Person, die am Ende jedoch offener wird
 
 
Vergleich der Textstellen von S. 12 – Ende des ersten Kapitels und S.18
 
Inhaltsangabe
 
In den Seiten 12 bis zum ende des 1. Kapitels der Novelle ,,Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff, wird von dem Taugenichts berichtet, welcher der schönen Frau ein Lied vorträgt. Diese zeigt jedoch keine Reaktion auf seinen Gesang und so werden dem Taugenichts die Unterschiede zwischen ihm und seiner Geliebten noch klarer als vorher.
Auf der Seite 18 der Novelle ,,Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff, wird beschieben wie der Taugenichts für die schöne Frau Blumen aus seinen Garten gepflückt hat, um ihr eine Freude zu machen. Fröhlich will er ihr diese nun wie jeden Abend auf ihren Balkon legen, doch seine Angebetete erwischt ihn dabei und zeigt kein Anzeichen der Freunde – Stattdessen wirk sie fast wütend als sie ihm die Blumen aus der Hand nimmt.
 
 
Vergleich
 
Die beiden Textstellen repräsentieren die Beziehungsanfänge des Taugenichts und der schönen Frau. Man kann deutlich die Bemühungen des Taugenichts erkennen, der in beiden Texten versucht das Herz seiner Angebeteten, durch kleine Gefallen, zu erobern, jedoch zeigt diese keine Reaktion.
Die schöne Frau bleibt in beiden Situationen stumm. Sie schlägt nur die Augen nieder und scheint immer eher peinlich berührt, als glücklich über die Anwesenheit ihres Verehrers zu sein.
Der Taugenichts hingegen, wird in beiden Textstellen als etwas aufgeregt und überglücklich beschrieben, da er in der Nähe seiner schönen Frau sein kann. Stets versucht er ihr mit seinen Aufmerksamkeiten zu imponieren und seine Liebe zu gestehen und zu beweisen, doch der Taugenichts muss feststellen, dass die Frau kaum Interesse hegt.
In der ersten Textstelle werden ihm zunächst die Unterschiede zwischen ihm und seiner schönen Frau klar. Der Taugenichts hat das Gefühl, als wäre sie unerreichbar für ihn da er keinen besonderen Rang in der Gesellschaft hat und sich so die schöne Frau auch niemals für ihn interessieren würde.
Betrachtet man nun den anderen Ausschnitt aus dem Text sieht man deutlich die Gefühle des Taugenichts für die schöne Frau.
Jeden Tag bringt er ihr Blumen um dieselbe Zeit, auf ihren Tisch, der auf ihrem Balkon steht und freut sich allein schon über die Tatsache, dass sie seine Sträuße annimmt.
Als die schöne Frau den Taugenichts, dann auch noch erwischt, als dieser ihr sein Geschenk an den üblichen Platzlegen will, kann der Taugenichts kaum mehr seine Gefühle verheimlichen und gibt einen Teil seiner Liebe für sie Preis.
Aber auch in dem Abschnitt bleibt die Frau still, sie schlägt nur ihre Augen nieder, nimmt sein Geschenk an und verschwindet ohne etwas zu sagen.